Diplomfeier in Akpakpakpé

Am 19.11.2019 war es endlich wieder so weit: In Akpakpakpé wurde gefeiert. Und damit ist wirklich das ganze Dorf gemeint, denn alle haben teilgenommen. Früh am Morgen, wenn die Mädchen, die im Zentrum wohnen, aufstehen, mag der Platz bis auf die Ziegen und Hühner groß und leer wirken, aber an diesem Tag war er rappelvoll. Bis auf die Dorfbewohner haben sich Familienmitglieder und andere Gäste sogar aus Lomé und Kpalimé auf den Weg gemacht, was etwa drei Stunden auf hauptsächlich Geröll- und Sandpisten bedeutet.

Schon in den letzten Tagen herrschte im Zentrum reges Treiben, das sich von der üblichen Geschäftigkeit bei der Arbeit deutlich unterschied. Schließlich gab es einiges zu tun: Es musste geputzt und schattenspendende Bambusgerüste aufgebaut, Bänke und Töpfe in der Größe von Obelix‘ Zauberkessel geschleppt werden.

Am Tag der Feier wurden dann noch Pfähle in den Boden gerammt, die durch weiße Bänder verbunden vor den neuen Gebäuden platziert wurden, damit sie später symbolisch für die Einweihung durchgeschnitten werden konnten. Weiterhin musste noch gekocht werden und das war einiges an Arbeit, schließlich darf es an nichts fehlen. So wurde Spaghetti und Reis gekocht, Koliko und Tofu frittiert und die übliche scharfe und ölige Tomatensoße zubereitet. Dazu gab es noch Ziege.

Als dann alles soweit war, kamen auch schon die deutschen Partner von Togo-Hilfe e.V. um den Vorsitzenden Michael Firmenich. Die hatten in Notse übernachtet und sind zur Feier hergefahren, denn in Akpakpakpé gibt es weder Empfang noch Elektrizität. Nach dem Essen wurde schon mal etwas getanzt und aus dem Dorf ist eine Gruppe aufgetreten, um traditionelle Tänze aufzuführen. Mitmachen erwünscht, egal, ob man tanzen kann oder nicht! Das Highlight für die Kinder kam schon jetzt, denn Messan hat FanMilk, ein Eis für alle Kinder ausgegeben. Was für ein Trubel!

Alle hatten Spaß, doch der offizielle Teil musste ja auch noch erledigt werden. Deshalb haben sich alle versammelt, die Apprentis haben ihre Uniformen angezogen und, wie an jedem normalen Morgen auch, die Nationalhymnen sowohl von Deutschland als auch von Togo zum Besten gegeben, während die Flaggen gemeinsam am Mast hochgezogen wurden.

Danach kamen die Reden von verschiedenen Autoritäten. So hat der Bürgermeister Togo-Hilfe e.V. gedankt und eine Abordnung der Studentenschaft aus Lomé auf Deutsch betont, wie wichtig AGERTO als Ausbildungsort für die dörfliche Jugend ist. Auch der Dirécteur von AGERTO Akpakpakpé hat natürlich seine Freude über den erneuten Besuch ausgedrückt. Nach den Reden kam es auch schon zum Hauptpunkt des Tages, der Diplomvergabe. In diesem Jahr haben vier Auszubildende ihre Ausbildung erfolgreich beendet, drei davon in der Schneiderei und einer bei den Gasschweißern. Sie konnten sich zusätzlich zu ihren Zertifikaten auch noch über Geldgeschenke ihrer Ausbilder freuen.

Yvette, 22, ist eine der frisch diplomierten Schneiderinnen und hat zusätzlich die Auszeichnung „beste Auszubildende 2019“ bekommen. Sie kommt ursprünglich aus dem Nachbarland Benin, aber wohnt schon seit ihrer frühen Jugend in Togo bei Verwandten. Sie hat während ihrer Ausbildung im Zentrum gelebt, aber plant, noch vor Weihnachten auszuziehen. Sie möchte eine eigene Schneiderwerkstatt aufbauen, nur wo, das weiß sie noch nicht.

Nach dem offiziellen Vergabeakt, mussten die deutschen Partner auch schon wieder los, aber das hat der Stimmung keinen Abbruch getan. Es ging endlich weiter mit dem Tanzen, bis gegen 18 Uhr die Sonne unterging.

 

 

Danke an Togo-Hilfe e.V. und an alle, die gekommen sind. Es war ein unvergesslicher Tag!

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